"Farbe heilt die Welt."

 

Christian von Grumbkow zeigt, was Farbe alles bewirken kann.

Der Maler Christian von Grumbkow lebt für und mit Farben. Sein lichtdurchflutetes Atelier in Elberfeld  zeugt davon. An allen Wänden hängen leuchtende Gemälde über- und nebeneinander und verbreiten  ihre farbenfrohe Energie. Ein leuchtendes Rot sticht dabei besonders hervor, die Lieblingsfarbe des  Künstlers. Von Grumbkow malt stets nur in Serien. Er beginnt mit einem Farbchaos, in dass er langsam Ordnung bringt. Er lässt die Farbe laufen, gibt ihr Raum, ohne sie ganz zu kontrollieren. Der Zufall dabei ist kalkuliert. Jedes Ergebnis wird so zu etwas ganz Einzigartigem, voll Energie. Das ist ihm wichtig. Mit seinen Gemälden möchte er die Menschen berühren und seine eigene Lebensfreude vermitteln.  

 

Am liebsten malt der naturverbundene Künstler in seinem Garten und lässt sich auf Reisen inspirieren. Nach langen Phasen, in denen er schwarz-weiß malte, sind seine Farbbilder nun so angelegt, dass sie beim Betrachter etwas abruft, das mit dem eigenen Bildvorrat zu tun hat. Von Grumbkows  Bilder haben etwas Meditatives. Beim Betrachten kommt man sich selbst näher, da Farbe unmittelbar  das Gefühl anspricht. Es gibt keine versteckte Botschaft, die Botschaft ist die Farbe selbst. 

Herr von Grumbkow, wir haben uns Gedanken gemacht zum Thema Erfolg. Warum sind Sie als Künstler erfolgreich? Wie lautet Ihr Rezept?  

 

Christian von Grumbkow: Mein Markenzeichen sind Horizonte. Bereits in meinen Aquarellen aus der Studienzeit ist im Grunde schon die Reduktion auf den Horizont zu sehen. Sie sehen immer diese Senkrechte oder eben Horizonte ... das wird später so ein Wiedererkennungswert und der wird letztlich zum Markenzeichen. Die Leute erkennen darin allerdings auch immer wieder Landschaften … sollen sie ruhig (lacht). Ich sage immer: „Ich male Farbe und sonst nichts Wiedererkennbares.“  

 

Aber ich komme natürlich aus dem Bereich Landschaft. Wir haben im Studium fünf Jahre lang jeweils vier Wochen nur Landschaften gemalt. In Südfrankreich gibt es da einerseits die Senkrechten der alten, schmalen Häuser und andererseits diesen Horizont ... und das ist bis heute mein Thema. Die Thematik bei Rudolf Schoofs (Maler und Grafiker, *1932/†2009), bei dem ich studierte, war immer der Versuch, das Wesen der Landschaft zu ergründen. Das Einatmen von Schönheit und Natur. Das war im Grunde sein Lehrinhalt, den er uns als Ansatz angeboten hat und dazu kam die Wahrnehmungschulung. Wenn man morgens ganz früh aufsteht und sieht Schwertlilien gerade aufblühen und aufgrund der Hitze schon am selben Tag fast wieder verblühen, dann wird dieses Werden und Vergehen der Natur im Prozess deutlich und auch zum künstlerischen Thema. Im ersten Semester ließ uns Rudolf Schoofs zum Beispiel wochenlang mal einen vertrockneten Kaktus zeichnen. Da haben wir uns die Natur zuerst wirklich sehr genau anschauen müssen, um endlich freigelassen zu werden.

 

Ist das nicht auch eine Form der Persönlichkeitsschulung?  

 

Ja, klar! Vor allem, wenn man 18 ist und mit seinem Elternhaus nicht so glücklich ist … Mein Vater wollte ja, dass ich Offizier werde. Grumbkows sind ein preußisches Soldatengeschlecht. Da können Sie in den Geschichtsbüchern nachschauen. Und alle, selbst mein Sohn, wurden Offiziere. Ich bin der einzige „nachweisliche Nichtsoldat“ in dieser Familie, die es seit dem 12. Jahrhundert gibt.   

 

Aber Ihr Großvater war doch Dichter?  

 

Ja, mein Großvater war Dichter (Waldemar von Grumbkow, *1888/†1959), aber eben auch Offizier. Im Ersten Weltkrieg. Mein Onkel und mein Vater waren Zwillinge und auch Offiziere. Und mein Vater hatte nichts anderes im Sinn, als dass seine vier Söhne auch Offiziere werden. 

 

Inwieweit haben Sie denn die Geschichten Ihres Großvaters geprägt? Die waren ja sehr lyrisch.  

 

Das ist ja alles für mich geschrieben worden. Damals in Ermangelung von Kinderbüchern zunächst für mich, als Erstgeborener und dann auch für meine Brüder. Ich bin 1946 geboren und die Geschichten wurden 1947 veröffentlicht. Es war schon erst Mal einfach schön, so etwas zu hören und später zu lesen. Das sind sehr anrührende, sehr tiefsinnige, philosophisch bestimmt auch sehr anspruchsvolle Geschichten. Er hat ja auch noch Jura studiert und ich weiß nicht was noch alles … und er hatte eben, was ich auch sehr spannend finde, eine Art Salon in seinem Haus. Dort verkehrten Dichter, Denker und Künstler aller Art. Musiker auch. Dort gab es oft Hauskonzerte. 

 

Und das war eigentlich das, was mich ein bisschen verwirrt hat. Denn mein Vater hatte sozusagen immer eine doppelte Botschaft. Er hat uns immer gesagt: „Kultur ist ganz wichtig, ihr müsst viel reisen und solltet Musikinstrumente lernen.“ Er ist mit uns in Ausstellungen und in die tollen klassischen Konzerte in der Wuppertaler Stadthalle gegangen, und wir hatten alle ein Abo für das Theater. Wir konnten ein freies Kulturangebot wahrnehmen. Aber als ich dann sagte: Das finde ich super, ich möchte allerdings lieber Rockmusik machen und Kunst studieren, da war das gar nicht gut! Und so gab es dann Stress zu Hause. Das war sicherlich die erste fürchterliche seelische Situation, in die ich unfreiwillig geraten bin. Ich wollte ja einfach authentisch das machen, was mir richtig erschien. Aber der Anspruch der ganzen Familie war auf einmal ein ganz anderer. Dann wurden alle möglichen Leute hinzugezogen, Geschäftsleute, Onkel, Freunde, nur um mich zu überzeugen, doch die Offizierslaufbahn einzuschlagen. Oder wenn nicht das, dann wenigstens Jura zu studieren. Aber Kunst … sowas. Wer sind wir denn? Wir sind ein preußisches Offiziersgeschlecht. Das hat mich unglaublich irritiert, aber auch stark gemacht.  

 

Die Notwendigkeit zu rebellieren hat Sie vermutlich in Ihrem Wunsch noch mehr bestärkt. 

 

Es hat einen Augenblick gedauert, bis ich mich soweit emanzipiert hatte, kundzutun, dass ich wirklich Kunst studieren wollte. Und diese „Traditions-Verweigerung“ meinerseits war schon schwierig. Ebenso wie die Kriegsdienstverweigerung, die damals noch nicht so einfach war. Da saß man vor neun Leuten, die prüfen sollten, ob ich eine wirkliche Gewissensentscheidung getroffen habe oder ob ich nur der Mode entsprechend keine Lust hatte. Mein Vater hat es immerhin geschafft, diesem Gremium seine Zeugenaussage zu schicken, dass meine Gewissenskonflikte echt wären. Er wäre der lebende Beweis dafür, man könne sich davon auch jeden Sonntag am Frühstückstisch überzeugen … (lacht) 




In Ihrer Familie gab es auch eine berühmte Abenteurerin, Ina von Grumbkow?  

 

Ich habe vor einiger Zeit von einem Museum einen Anruf bekommen, bei dem man mich fragte, ob ich noch Materialien und Zeichnungen von Ina von Grumbkow hätte. Ich kann gar nicht genau sagen, aus welcher Generation sie war oder in welchem Verwandtschaftsverhältnis ich mit ihr stehe. Ich weiß nur, dass sie damals nach Island aufgebrochen ist und dort diese wunderbaren Zeichnungen gemacht hat, die jetzt auch sehr gefragt sind. Und als ich vor ein paar Monaten selbst in Island war, wurde mir schnell klar, dass mich dieses Thema nicht so schnell loslässt. Ich muss nochmal nachforschen, wie das alles genau war. Es gibt auch ein Buch dazu, aber danach muss man eher antiquarisch schauen. Ich bin kein Familienforscher. 

 

Ihre latente Frage war aber, was diese Märchen mit dem Namen von Grumbkow und mit meiner Malerei zu tun haben. Meine PR-Frau, Camilla Spoerndle von Kamillesk, Düsseldorf, hat da auch Parallelen gesehen und ich fand die Idee gut, das miteinander zu kombinieren. Und dann haben wir kürzlich diese Lesung in meiner Düsseldorfer Galerie gemacht („Regenbogenwanderer, Duftlandfahrer, Klangbergpilger und der Weg ins Licht“). Das war wunderbar. Meine Bilder, die ich von Island inspiriert erlebe, plus diese Geschichten meines Großvaters: Das ist ein synergetischer Effekt, der überzeugte.  

 

Die Familiengeschichte war also prägend für Sie? 

 

Mein Großvater hat mich sehr gefördert und mit seiner Sensibilität und seiner Zuneigung gepäppelt. Auch wenn ich nur 13 oder 14 Jahre davon erlebt habe, bis er gewaltsam zu Tode kam, war da eine große Nähe. Zwischen uns herrschte eine kuschelige, schöne Stimmung und mit seiner Bildung, seiner Wärme und seinen vielen wunderbaren Geschichten hat er da natürlich etwas bei mir angelegt, das ist mir heute ganz klar.  

 

Ich war auch ein sehr fantasiebegabtes Kind, ich hab auch immer Elfen und Zwerge gesehen. Immerhin gibt es in Island ja auch einen Minister für die Trolle (lacht). Wenn Sie mit Esoterik jetzt gar nichts zu tun haben ... spätestens in Island kommen Sie da ins Zweifeln. Das ist wirklich verrückt (lacht)! Und einen Minister für Trolle gibt es ja nicht umsonst ... 

 


'Iceland Echo Series No I', Öl/Leinwand, 90 x 200 cm
'Iceland Echo Series No I', Öl/Leinwand, 90 x 200 cm

Sie haben auch in einer Band gespielt. Wie kamen Sie zur Musik?   

 

Das war genau wie mit der Malerei, eigentlich auch so eine Art Flucht. Man muss sich nochmal die Beat-Musik vor Augen halten. Das war ja damals etwas sehr Revolutionäres. Als die Beatles losgelegt haben, war das eine unheimliche Power. Ich war damals 15 und zum ersten Mal allein in England. Mein Vater hatte ja stets gesagt: „Ihr müsst in die Welt hinaus, ich bezahle das. Fahr dahin und lerne Englisch“. Mit einer viermotorigen Maschine von Düsseldorf nach London und dann mit dem Zug allein die Südküste lang, das war sehr aufregend. Und dann bei einer Familie zu landen, die kein Deutsch konnte und ich so eben lernen musste, Englisch zu sprechen ... Abends bin ich dort mit anderen jungen Leuten ausgegangen und dort herrschte diese Beatles-Mania! Das war reine Energie. Unglaublich. Das brachte ich mit nach Deutschland. 

 

Ich habe daraufhin mit einem meiner Brüder und anderen zusammen eine Gruppe gegründet, die hieß „The Beatkids“ Und weil es das in Wuppertal so nicht gab, hatten wir dann auch direkt schon einen ersten großen Auftritt in der Stadthalle für ein Modehaus. Die machten da so eine Jugendmodenschau. Und 1700 Leute, von heute auf morgen, mit so ein paar Beatles-Liedern … Das war natürlich genial für einen 16-jährigen Jungen wie mich damals und da hab ich dann Lunte gerochen. Das war schon irgendwie spannend! Außerdem brachte es Geld und Bekanntheit und so ging das halt weiter. Ich habe eine Band nach der anderen mitbegründet.  

 

In der Band waren Sie der Gitarrist?  

 

Unter anderem. Ich habe auch ganz klassisch Cello und Trompete gelernt. Vor allem Trompete, auch im Orchester. Gitarre habe ich mir selber beigebracht. Die anderen Musiker waren auch gut ausgebildet. So wussten wir 1970 mit „Hölderlin“ (Deutsche Rock-Band, 1970-1981) schon ziemlich genau, was wir machten. Dann kam auch sofort ein Plattenvertrag, Tourneen, Senderreisen und Fernsehen. Das ging da ziemlich gut los. War ja auch irgendwie erfolgreich, die Band gab es ja immerhin zehn Jahre. Ich bin schließlich nach sieben Jahren ausgestiegen, weil ich einen Lehrauftrag an der Essener Folkwanghochschule hatte und mich auch um meine Familie kümmern musste.  

 

Gab es je die Überlegung, lieber Musik als Kunst zu machen?  

 

Erstmal kam die Musik. Aber ich habe ja während meiner Musikerzeit auch Kunst studiert und immer schon die Cover gemalt. Wir haben zum Beispiel im Opernhaus unsere Live-Doppel-LP gemacht und da sind damals schon Bilder von mir projiziert worden. Und jetzt rundet sich da was mit der aktuellen Bühnenshow und dem Seniorentanztheater von Claudio liMura (Gazhebo - Tanztheater Claudio liMura/Bühnenbild nach Christian v. Grumbkow). Damals lebte Pina Bausch aber noch, sie lief damals da rum und ich glaube, sie fand nicht so gut, was wir da gemacht haben (lacht). Aber die Projektion meiner eigenen Bilder, das war toll. Ich hatte mir auch noch Dinge überlegt, was wir mit Licht und Nebel und Projektion machen könnten, um auch die kreative Seite reinzunehmen. Irgendwann war mir aber klar, du bist kein Musiker, du wirst irgendwann wieder Malerei machen. 

 

Das kam überdeutlich 1977, da bin ich sehr krank geworden von dem unsäglichen Stress. Wir hatten gerade mehrere Konzerte und Liveaufnahmen für den schwedischen Rundfunk nach einer 100-Tage-Tournee mit Ach und Krach überstanden. Die dauernde Trennung von meiner Familie wurde für mich übrigens auch immer stärker zu einem Problem ... Und da war für mich klar: Die Malerei geht wieder los. Zwischendurch hatte ich allerdings immer  wieder auch mal Ausstellungen, das war schon wichtig für mich. Ich spielte eben so ein wenig den Rockmusiker, war aber im Herzen immer eher der Maler.

 

Allerdings war es in der Musik auch möglich, andere Dinge auszuprobieren, die mir richtig gut getan haben. Zum Beispiel die Interviews. Auch unter sehr schweren Bedingungen. Spät am Abend in so einem Nischenprogramm im Bayrischen Rundfunk, wo ich den Dialekt kaum verstand, da musst ich halt reden und konnte die Fragen nicht beantworten, oder in Talkshows zu sitzen und keine Angst zu haben, vor 10.000 Leuten zu sprechen. Das habe ich da gelernt. Das ist mir zu Gute gekommen für mein Selbstbewusstsein. 

 

Ich bin dann auch eine Weile in die USA und nach Kanada gegangen und habe dort unterrichtet, auf Englisch. Ich habe Lehrer ausgebildet und meine Ideen vermittelt. Ich habe den Kunstlehrer gegeben oder eben den lehrenden Maler. Es gab immer wieder Situationen, in die ich ohne Intention reingerutscht bin, weil irgendjemand meinte, dass ich da etwas Inhaltliches erklären könnte, auch in verschiedenen Sprachen. Es ergaben sich in meinem Leben glücklicherweise immer wieder Möglichkeiten, die ich nutzen konnte. Ich habe selten Quatsch gemacht.

Es passte meistens ganz gut!





Haben Sie Ihre Karriere im Vorfeld geplant?

 

Das einzige, was geplant war, ist, dass ich die Schule abbrach und kein Abitur machte, weil ich Kunst bei Prof. Schoofs an der Werkkunstschule/GHS Wuppertal studieren wollte. Begabt war ich, das hatte man mir oft genug gesagt. Mein Kunstlehrer meinte damals schon „Du studierst doch sowieso Kunst“. Das machte mich stark, dass ich so früh wusste, wo es hin geht. Ich hab zu Hause auch auf den Tisch gehauen und gesagt: „Jetzt gibt’s keinen Weg zurück mehr.“ (lacht) Vielleicht ist mir auch die Waldorfschule zu Hilfe gekommen. Da geht es ja auch nicht um Anpassung und um EG-Normen, wie das in vielen anderen Schulen der Fall ist, sondern um die „Erziehung zur Freiheit“, um die Individualität. Darum, dass es möglich ist, dass der junge Mensch seinen Weg findet, sich selber findet, seine Persönlichkeit findet. Die Mittelmäßigkeit wurde dort nicht propagiert. 

 

Sie haben das Glück, auch nach außen gut auftreten zu können, das können nicht viele Künstler. 

 

Ja, man sagt ja immer: „Künstler halt die Klappe, male!“ Über meine eigene Malerei kann ich allerdings auch nicht gut sprechen, ich kann besser drumherum erzählen. 

Über meine Malerei kann ein Kunsthistoriker natürlich wesentlich besser sprechen, als ich. Das haben u.a. H.G. Golinski, Museum Bochum, Dr. Antje Birthälmer, Von der Heydt Museum Wuppertal, Susanne Buckesfeld, Museum Ahlen, Erik Schönenberg, Neuer Kunstverein, Wuppertal, in meinen Katalogen oder bei Vernissagen sehr spannend betrieben. In jüngster Zeit hat der Düsseldorfer Kunsthistoriker Dr. Thomas Hirsch in mehreren Veröffentlichungen zu meiner Arbeit für mich Wesentliches formuliert. (Siehe Katalog „Farbe im Fluss, Janzen Galerie oder den jüngsten Artikel in „KUNST & material“, Ausgabe Mai/Juni 2016). Er trifft da den Nagel schon auf den Kopf.


"Ich weiß, es geht immer noch intensiver, noch kraftvoller …"



Überrascht es Sie, was er über Ihre Bilder zu sagen hat?  

 

Sagen wir mal so: Wenn ich male, male ich auch. Ich bin ja kein Konzeptmaler und habe auch vorher keinen Plan X, wie ich etwas machen soll. Schauen Sie sich all die Bilder an ... (Er macht eine ausholende Geste.) Ich habe gerade drei Ausstellungen parallel laufen, das sind etwa 50 Bilder. Wenn ich daran arbeite, wähle ich mit der Galeristin schon die jeweils zwanzig Besten aus. 

 

Thomas Hirsch kann dieses Prozessuale erkennen. Dieses immer nach dem besten Bild zu suchen. Ich habe kein bestes Bild. Es gibt immer noch Luft nach oben. Ich weiß, es geht immer noch intensiver, noch kraftvoller … Es gibt immer Möglichkeiten, noch weiter zu gehen. Von daher gibt es auch keinen Abschluss. Ich arbeite immer weiter an meinem Ding und entdecke dann auch immer wieder Neues.  

 

Haben Sie weitere Ziele, die Sie noch erreichen möchten?  

 

Mein Ziel ist es, den „Weg zur Farbe“, den ich bei zirka 300 Ausstellungen und in vielen Katalogen seit 40 Jahren dokumentieren kann, der Welt nahe zu bringen. Nicht nur den Menschen, die jetzt schon Bilder von mir gesammelt oder gekauft haben, sondern auch in Ländern mit einer ganz anders gearteten kulturellen Ausrichtung. Warum muss Kunst hier im Westen so verwissenschaftlicht werden? Warum ist Kunst nicht das, was es immer war: Einfach nur ein Ausdruck von Zeitgeist, von Neuem? Ich glaube, Kunst und Politik passen nicht zusammen. Kunst ist Kunst und Politik ist Politik. Obwohl, unter anderem waren Rembrandt oder auch Goya ihrer Zeit gemäß sicher politisch aktiv. Aufgrund der sozialen Gegebenheiten war zum Beispiel Goya ein starker Kritiker der spanischen Krone. Aber in erster Linie waren sie natürlich tolle Maler. Die politische Dimension haben dann Kunsthistoriker dazu gefunden, bei einem Teil der Werke auch berechtigterweise. Aber das ist nicht die wesentliche Intention des Künstlers.

 

Der Künstler ist eher damit beschäftigt, in einer spirituellen Weise die Wahrheit zu finden. Die Wahrheit kann ja religiös oder politisch sein. Doch er muss Aussagen machen, die mit Wahrhaftigkeit und Wahrheit zu tun haben, das heißt, er muss authentisch sein. Er kann nicht irgendein Modeding machen, weil es gerade schick ist. Die Energie muss pur sein, sie muss fließen, einen Wahrheitsanspruch haben, so dass der Betrachter das auch erlebt. Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun! Die Message des Bildes muss einfach echt sein und mit dem Menschen zu tun haben, der sie macht. Da reicht es nicht, einfach eine Marktlücke zu finden, wie einem das leider oft in der Kunstakademie vermittelt wird, sondern jeder muss sich erst selber finden.  

 

Eigentlich wird ein Kunstwerk erst interessant, wenn gelebtes Leben sozusagen performt wird und in ein Bild umgemünzt wird. Dann sind wir ergriffen. Mein Wunsch wäre, dass mehr Menschen das kapieren. Dass sie verstehen, dass es nicht um die Aktie geht, nicht um Mode oder darum, was der Kunstmarkt gerade pusht. Sondern eben um mehr: Wo kriege ich den inneren Kontakt zu einem Kunstwerk? Wo ist es für mich ein Stück Lebensqualität, das ich um mich haben will und das nicht einfach austauschbar ist? 

 

Hat das auch etwas mit sozialem Gewissen zu tun? Fühlen Sie sich verantwortlich?  

 

Auf jeden Fall. Das war natürlich früher noch nicht so, aber heute ist das eine Selbstverständlichkeit. Da unterstütze ich einige Dinge. Das hat natürlich auch mit meinem Leben zu tun. Ich habe dieser Stadt viel zu verdanken und ich habe den Menschen, die meine Bilder gekauft haben, viel zu verdanken. Also gebe ich an anderer Stelle etwas zurück, zum Beispiel mit meiner Fähigkeit zu unterrichten. Oder aktuell mit der Förderung von Deutsch-Unterricht für Flüchtlingskinder (Benefiz-Aktion „Kunst kann helfen“). Das finde ich aber auch einfach normal. Ich verdiene ja nicht schlecht. Zahle viele Steuern. Ich kann mir dieses teure Atelier leisten, ich kann mir meine Reisen leisten. Das Geld kommt also wieder rein und dann gebe ich auch gern was ab. 

 

Ist Wuppertal Ihre Heimat geworden?  

 

Das Schöne ist ja, dass ich immer sehr viel unterwegs gewesen bin. Ich habe in Amsterdam gelebt und in Österreich und in den USA und Kanada war ich auch viele Monate. Ich habe immer wieder woanders Projekte gemacht und Lehraufträge gehabt und deshalb war Wuppertal eigentlich kein Ort, an dem ich immer war. Wuppertal ist also eher eine Schlafstätte, ein Wohnort für mich, wo ich natürlich auch Freunde habe. 

Ich hatte in Wuppertal auch eine Galerie. Peter Nacke, von der Galerie Epikur, war bis vor Kurzem mein Galerist, 29 Jahre lang, dann wurde er leider krank. Jetzt ist Martina Janzen meine Galeristin. Sie hat in Düsseldorf eine kleine Galerie, aber sie macht auch in anderen Städten immer sehr viel. Und sie macht das richtig gut. Sie hat einfach gute und zeitgemäße Ideen, wie man Kunst zeigt, wie zuletzt in Berlin, Bayreuth oder bei der Kunstmesse Karlsruhe. Ich kann ja nicht wissen, zu welchem Sammler meine Kunst passt. Das muss ein Galerist machen. Dann funktioniert das eben auch.  

 

Haben Sie Bilder, die Ihnen besonders am Herzen liegen?  

 

Ja, da gibt es natürlich schon so ein paar Schlüsselbilder, aber jedes Bild hat seine eigene Bedeutung für mich. Es gibt auch ein paar skurrile Geschichten. Für die Sparkasse habe ich mal ein Bild gemacht, das passte nicht durch die Türen. Da musste die Leinwand abgespannt und wieder aufgespannt werden. Das Bild ist 5 m hoch und 2,5 m breit. Das war natürlich wahnsinnig viel Arbeit. 

Dann gab es Beschwerden, weil das noch frische Bild nach dem völlig harmlosen Leinöl roch! Es musste dann auf Wunsch des Sparkassen Filialleiters abgenommen, abgespannt und zurück ins Atelier transportiert werden. Zwei Monate später kam eine Kommission zur „Riechprobe“, um es dann wieder zurück transportieren zu lassen, aufzuspannen und mit viel Aufwand wieder aufzuhängen.

 

In einem anderen Fall hatte ich eine Ausstellung in Santa Fe, New Mexico. Einige Bilder meiner „SOUTH WEST SERIES“ fanden Käufer. Einer davon war aus Wuppertal! Soviel zum Thema: Jedes Bild hat seine Geschichte.

Ein sehr schönes Beispiel für mein Werk ist auch die Auftragsarbeit für die Hauptverwaltung der Barmenia Versicherungen. Das Bild heißt „Apassionata“, ist 2,50 x 12,50 Meter groß und hängt im Foyer. Das zeigt wesentliche Aspekte meiner Farbarbeit in einem großzügig gestalteten Raum. Das zu machen, hat auch nur ein Jahr gedauert ... (lacht)  Es besteht aus unheimlich vielen Schichten. Und die Leute, die da täglich durchlaufen, möchten das auch nicht missen. Sie sagen mir, das Bild hätte eine unglaubliche Kraft. Das ist toll.

 

Im Anschluss daran ist dann ein ähnlich großes Bild für eine Dortmunder Versicherung entstanden: „Lebensströme“. Das ist 10 Meter hoch und 6 Meter breit und besteht aus drei Tryptichen. Das Tolle ist, dass diese Tryptichen jeweils für sich alleine wirken, sie aber auch durchgängig sind. Das ganze Werk hat viel mit Energie zu tun. Die Mitarbeiter der Versicherung, die dort täglich vorbeikommen, gehen auf drei Ebenen von einem Gebäudeflügel zum nächsten Flügel und sie haben dann immer diese verschiedenen Aspekte. „Wenn das Bild hier nicht wäre, dann würden wir uns hier zu Tode langweilen“, haben sie mir gesagt. 

 


'Smoky', 2016, Öl/Holz, 143 x 112 x 6 cm
'Smoky', 2016, Öl/Holz, 143 x 112 x 6 cm

Haben Sie eigentlich eine Lieblingsfarbe? 

 

Rot und Grün. Aber nicht so ein Knallrot, sondern Türkisch-Rot und so ein Gold-Grün, dass sind meine Farbtöne.  

 

Wie sieht Türkisch-Rot aus? 

 

Das ist ein leuchtendes, aber nicht so grelles Rot. Ein bisschen so wie Karminrot. Es besteht zum Teil aus Alizarin. Das ist richtig gut. Es ist ein transparentes Rot und hat eine unheimlich tiefe Wirkung. Es ist nicht dicht, es ist nicht opak und geschlossen. Ähnlich wie Karminrot, aber Alizarinrot ist noch ein bisschen wärmer. 

 

Sie haben früher auch schwarz-weiß gemalt, sind das jetzt keine Farben mehr für Sie?  

 

Wenn ich schwarz-weiß male, dann heißt das, dass ich auch Farbe darunter habe. Ich mische mir meine Schwarztöne nie aus der Tube, sondern ich nehme immer Pigmente, und mische mir dann immer noch Rot oder andere Farben dazu. Ich habe sehr viel hell-dunkel gearbeitet. Dazu habe ich ganze Serien gemacht. Ich brauche das, um mich zu neutralisieren. Denn Farbe macht ja ganz viel mit uns. Farbe hat eine Wirkung, bis hin zum Appetit. Wenn Sie viel mit Farbe arbeiten, kriegen Sie Hunger … Und in einem Haus, indem es weiße Wände, Stahl und viel Glas gibt und man mit trockenen Themen arbeitet, wie eben bei einer Versicherung, da ist die Farbe etwas, was unmittelbar die Sinnlichkeit, den Appetit, das Schöne, das Wahre, das Freudige anspricht und positive Energien schafft. Das Rot kommt da auf einen zu! Warum ist Grün in Krankenhäusern zu finden? Grün wirkt beruhigend. Blau ist die Farbe der Ferne, das sagte schon Goethe. Er nennt die Farbe Blau „das niedliche Nichts“, es ist nicht substanziell. Eine Primärfarbe hat ja auch in ihrer Reinheit und Klarheit immer auch schon eine psychologische Bedeutung.  

 

Wie arbeiten Sie grundsätzlich? Haben Sie einen Arbeits-rhythmus oder malen sie aus dem Bauch heraus?  

 

Sehr unterschiedlich. Ich hab jetzt den ganzen Winter über gemalt, weil ich fünf Ausstellungen hatte. Und die Ausstellungen müssen ja auch alle bestückt werden. Dann habe ich Phasen, in denen ich wirklich jeden Tag über zehn Stunden arbeite. Ich fange dann morgens um 9 Uhr an und arbeite bis zum Abend, auch am Wochenende. Das mache ich dann durchgehend. Eine Weile geht das, bis ich ausgeleert bin und nicht mehr kann. Dann ist Schluss. Und ich freue mich, dann mal wieder etwas anderes zu machen, so wie Gartenarbeit, oder ich kümmere mich um Flüchtlingskinder … das passt irgendwie ganz gut. Das alles geht nicht, wenn ich male, denn dann habe ich den Tunnelblick ... Das muss auch so sein, weil ich sonst Mist produziere und nicht zufrieden bin. Hier geht nur was raus, wenn ich auch hundertprozentig dahinterstehe. Ich mache keine Kompromisse. Ich male so pur wie es überhaupt nur geht. Nur dann weiß ich, dass das Bild auch die Energie rüberbringt, die es braucht. Und das ist letztendlich

der Schlüssel zum Erfolg, dass diese Authentizität einfach stimmt. 

 

Wie starten sie morgens in den Tag?  

 

Ich bin ayurvedisch orientiert. Ich fange morgens mit heißem Wasser an, dann mache ich ein bisschen Yoga und ein wenig Körperarbeit. Später esse ich Obst oder ein Porridge. Da mache ich richtige Kunst draus. Weil das Porridge ist ja langweilig, das ist ja nur beige. Da mach ich dann Heidelbeerjoghurt rein, dann kommen Früchte dazu, dann arrangiere ich die und dann mache ich ein Foto davon ... Ich mache immer Kunst (lacht).


"Zumindest ein Stück weit beeinflusse ich das Leben der Menschen, die dort täglich ein und ausgehen, wo meine Bilder hängen."


Welchen Charakterzug muss man als Künstler haben?  

 

Das ist eine schwere Frage ... Ich glaube, man braucht eine gehörige Portion Naivität, Gutgläubigkeit und so was wie Spielfreude. Man muss sich das Kind noch ein Stück weit erhalten haben. Dazu kommt natürlich

noch die Lebenserfahrung und der unbedingte Drang, sich mitzuteilen. Ich sage ja immer, dass Künstler alle eine Form von ADHS haben … (lacht) 

 

Selbstdarsteller muss man nicht unbedingt sein, aber man muss was zu sagen haben und überzeugt sein von dem, was man macht. Das sind ja wahrscheinlich die meisten. Aber es muss auch noch Sinn machen und das ist nicht bei allen der Fall. Auch Ehrgeiz, Willenskraft und Selbstvertrauen gehören dazu. Du musst einfach überzeugt sein, dass die Botschaft, die du hast, wie zum Beispiel „Farbe heilt die Welt“ oder „Farbe verändert die Welt“, trägt und man die Fahne aufrecht hält und das einfach auch gegen die ewigen Nörgler macht. Dann merkt man ja auch: Ich verändere die Welt. Zumindest ein Stück weit beeinflusse ich das Leben der Menschen, die dort täglich ein und ausgehen, wo meine Bilder hängen. Nicht, dass ich dauernd denke, ich muss das so machen ... So ist das nicht. Diese Dynamik entsteht, durch das was energetisch passiert, weil ich das mache, was ich mache. Das ist die Quelle. Ich habe das nie wirklich geplant, aber es ergibt sich so.  

 

Und die schönsten Momente sind natürlich, wenn die Vision, an der man trotz Schwierigkeiten festgehalten hat, als Kunstwerk raus in die Welt kommt. Das ist wahrscheinlich wie eine Art Geburt. Als mein erstes großes Bild damals offiziell aufgehängt wurde, da hatte ich das Gefühl, ich könnte die ganze Welt umarmen. Ein tolles Gefühl: Das hängt da jetzt und das bleibt da jetzt! Dafür lohnt es sich zu leben. Es ist schon toll, solche Glücksmomente immer mal wieder haben zu dürfen, wo dann alles so stimmig ist …  

 

Was ist das Grundthema Ihrer Arbeit? 

 

Eins meiner Themen ist zum Beispiel Wasser. Ich male Wasser jetzt nicht im klassischen Sinne wie Turner oder Monet. Im Grund male ich ja gar nicht (lacht). Ich lasse laufen … und das ist das, was Wasser tut.

Die Farbe liegt in ganz dünnen Schichten übereinander. Chemiekalien, die unterschiedlich darunter gemischt werden, ergeben dann dieses nuancenreiche Spiel. Das kann ein halbes Jahr dauern, in dem man jeden Tag eine Schicht drüber gibt. Und alles ohne Pinsel. Das Wasser, oder die Farbe, läuft, wie es laufen will. Das hängt immer davon ab, was ich dazu mische. Das ist schon ein klein wenig Alchemie. Und dies ist ein Weg, wie ich mich an die Malerei rangemacht habe. Ich muss nicht alles mit dem Pinsel machen. Manchmal sind das einfach Rinnsale, die sich durch Pigmente ihren eigenen Weg bahnen. Ich arbeite da mit dem Flüssigen und dem Festen gleichermaßen. 

Mein Thema ist wirklich zu sagen, zu zeigen, was kann Farbe machen und bewirken.  

 

Arbeiten Sie immer in Serien?    

 

Ja, es sind immer Serien. Ausgelöst durch Reisen oder nachhaltige Erlebnisse. Hier oben hängt beispielsweise ein Bild, das habe ich gemalt, als das Flugzeug in Südfrankreich vorsätzlich von dem Suizidpiloten zum Absturz gebracht wurde. Da musste ich einfach meine Wut, meine Verzweiflung über so eine irrsinnige Tat loswerden. Das habe ich mit einem ganz breiten Pinsel gemacht. Und dazu habe ich eine ganze Serie gemacht. 

 

Wie Sie anfangs sagten, meinen die Menschen oft, auch Landschaften in Ihren Bildern zu erkennen. Ist das gewollt?    

 

Ich nutze oft Strukturen, die an eine Landschaft erinnern, wenn ich zum Beispiel auf Holz male. Aber ich male eben keine Landschaften, es mutet ja nur an … Im Grunde ruft man durch diese nicht konkretisierte Landschaft eine Stimmung ab. Ich arbeite dann mit Farben, die hat man vielleicht schon irgendwo gesehen und plötzlich meint man, eine Wiese zu sehen. Da arbeite ich so gesehen auf einer psychologischen Ebene. Jeder kann da etwas anderes sehen. Das ist wie ein Spiel.  

 

Und morgen ist nun also die Premiere von Gazhebo, für das Sie das Bühnenbild entwickelt haben?      

 

Genau. Da bin ich auch schon sehr gespannt. Das ist Tanztheater, aber nicht von Pina Bausch, sondern von Claudio li Mura. Ich würde da nicht mitmachen, wenn das nicht eine gewisse Qualität hätte. 

Wir wollen uns zudem heute Abend noch wegen eines Flüchtlingsprojektes treffen ... 

 

Dann ist das für Sie heute aber ein langer Tag ... 

 

Ich bin ja sowieso eine Nachteule. Und wenn man das macht, was man liebt, gibt einem das ja auch eine Menge Energie zurück.  

 

Ganz lieben Dank für diese spannenden Einsichten. 

 

War es das schon? Ich dachte, wir fangen gerade an ...  #

  

 

Zur Person

Christian von Grumkow - Jahrgang 1946  -  geboren in  Oberhausen  -  Studium bei Prof. Rudolf  Schoofs, WKS   Wuppertal, Meisterschüler  -  Studium an der Rietveld-Academie,  Amsterdam  -  Lehrauftrag an der Folkwangschule, Essen  -  Gründer und Gitarrist der Art-Rockgruppe Hoelderlin - Gastdozent an Colleges und Universitäten in Deutschland, A, CH, GB, USA, Canada -  Kunstprojekte mit benachteiligten Jugendlichen an der CMS, Wuppertal  -  lebt und arbeitet in Wuppertal  

 

www.grumbkow-colors.de


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